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Velomobil… Was ist das?

Viele Menschen fragen noch einmal nach: “Velo… was?“, dabei ist eigentlich jedes Fahrrad ein Velomobil. Jedoch hat sich erst in den letzten Jahren der Begriff Velomobil als Kontrapunkt zum Automobil durchgesetzt und beschreibt eine ganz bestimmte Gattung Fahrrad: die des vollverkleideten Liegerades.

Mit der Kraft des Piloten/der Pilotin wird das Velomobil angetrieben (es gibt aber auch Möglichkeiten der elektrischen Unterstützung). Dadurch, dass das Gewicht durch die Laufrädern getragen wird, ist die Fortbewegung mit dem Fahrrad viel effektiver als jede andere Fortbewegungsart. Nur Vögel erreichen im Gleitflug ähnlich gute Werte. Wer es nicht glaubt, sollte mal einen Marathon laufen und dann die selbe Strecke mit dem Rad zurück legen – was war anstrengender?

Jetzt kommt das, was in den letzten Jahren als Velomobil bezeichnet wurde und setzt dem ganzen in Sachen Effizienz noch einen drauf: noch nie war es dem Menschen möglich, mit so wenig Kraftanstrengung solch große Fahrleistungen zu vollbringen. Das ist möglich durch den niedrigen Luftwiderstand, ein relativ geringes Gewicht, eine effektive Kraftübersetzung sowie geringe Rollwiderstände und Lagerreibung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem geringen Luftwiderstand der aerodynamisch geformten Karrosse, die nicht nur Wind und Wetter vom Fahrer/von der Fahrerin abhält, sondern im Falle eines Unfalls auch einen wesentlichen Schutz vor Verletzungen bietet.

Durch fortwährende Weiterentwicklung, neuartige Materialien und Forschung konnte über die Jahre das Gewicht der Velomobile stetig gesenkt, der Schutz der Insassen dagegen erhöht werden. Es kommen ähnliche Techniken und Materialien wie in der Formel 1 zur Verwendung!

Weniger Gewicht heißt auch, dass weniger Kraft in den Antrieb gesteckt werden muss! Man kann also längere Strecken fahren. Morgens in Ottersberg gestartet, Mittags Essen in Cuxhaven, Nachmittags nach Kaffee und Kuchen zurück = über 250km an einem Tag – gemütlich. Dabei sind Tagesetappen von 300 km auch kein Problem, auf sog. Brevets wird teilweise noch deutlich mehr gefahren.

Bild von einem Velomobil-Ausflug

Velomobile bieten im Alltag aber auch noch eine ganze Reihe weiterer Vorteile. Da die meisten Velomobile Dreiräder sind, haben sie schon von Natur aus eine gute Standsicherheit und ein Wegrutschen, zum Beispiel im Winter, hat keinen Sturz zur Folge. Der Wetterschutz der Karosserie macht sie auch zu geeigneten Fahrzeugen für den Ganzjahresbetrieb. Selbst in eisiger Kälte entsteht bei geschlossener Lüftung im kleinen Innenraum schnell eine angenehme Temperatur. Die hohe Festigkeit der Karosserien aus Kohlefaser-Gewebe bietet einen sehr guten Schutz bei Unfällen, durch das geringe Gewicht der Velomobile samt Insassen, geht nur eine sehr geringe Unfallgefahr von Velomobilen aus, die nachgiebige und glatte Oberfläche schützt andere Unfallbeteiligte fast vollständig vor der Gefahr, sich zu verletzen. Spezielle Aramid-Einlagen schützen einen selbst vor scharfkantigen Rissen. Aramid wird auch in kugelsicheren Westen verwendet!

Ein Velomobil kann auch das ideale Gefährt für einen Fahrradurlaub sein. Im Velomobil findet sich Platz für die geschützte Mitnahme einer des Gepäck und zur Not ist sogar eine Übernachtung im Fahrzeug möglich, wenn es zu stark stürmt, um ein Zelt aufzubauen. Gleichzeitig ist ein Velomobil das ideale Gefährt, um Kontakte zu knüpfen: ein Velomobilist kommt nicht als einer, der versucht Gastgeber zu finden, meist ist es umgekehrt, die Gastgeber wollen den Velomobilisten als Gast haben.

Warum haben sich Velomobile nicht schon lange auf breiter Front durchgesetzt?
Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen sind Velomobile in ihrer Vollendung auf der höchsten Preiskategorie angesiedelt, die die Fahrradwelt zu bieten hat und erst langsam setzen sich Finanzierungen im Fahrradbereich durch, wie sie im Automobilsektor schon seit Jahren üblich sind, zum anderen hat sich noch keine professionelle Vermarktung von Velomobilen etabliert. Der klassische Fahrradhandel fühlt sich oft schon vom Warten und Einstellen moderner Schaltungen und Bremsen überfordert, da macht ihm eine neue Technik, womöglich noch mit drei Rädern, bei denen dann auch noch die Spur eingestellt werden muss, noch größere Angst. Entsprechend ist die Haltung: “kenn ich nicht, mach ich nicht”. Dabei kann eine gute Fahrradmechanikerin einen Reifen beim Velomobil genauso gut reparieren wie beim klassischen Fahrrad und eine Fahrradkette bleibt auch im Velomobil eine Fahrradkette, aber dafür muss sich der Kopf auch drehen können und bereit sein, neues kennenzulernen. Infolge der geringen Dichte von geeigneten Werkstätten für Velomobile haben viele potentielle Käufer auch wiederum Angst, ein Fahrzeug zu erwerben, bei dem sie im Schadensfalle nur schwer Hilfe bekommen.

Als einer der ersten wollen wir hier in Ottersberg so eine Werkstatt sein. Hier bekommen Sie neben den benötigten Erstatzteilen auch schnelle Hilfe bei kleineren Schäden oder Ausfällen. Ein kleines Lager mit den gängigsten Ersatzteilen haben wir, bei größeren Schäden oder gar Unfallreparaturen müssen wir aber passen…